Das Projekt

Das Anknüpfen an Alltagserfahrungen sowie ein emotionaler Zugang zu Themen sind zentrale Voraussetzungen für aktives Lernen, für Verhaltens- änderungen und für die Weitergabe von Wissen an Peers. Veränderungen entstehen dann, wenn aktives Gestalten auch tatsächlich möglich ist.

Diese Erkenntnisse sind für die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) von großer Bedeutung, zeigen sie doch, dass Topdown-Aufklärung, moralische Appelle oder auf einzelne Fachressorts reduzierte Wissensvermittlung oft nur geringe Erfolgsaussichten im Hinblick auf praktischen Aufbruch und Verhaltensänderung haben.

Dem möchten wir im Rahmen des Projekts Ein neuer Anfang (ENA) eine experimentelle Wissensvermittlung entgegensetzen:

1. Mit den Mitteln von Narration, Identifikation Storytelling und Interaktivität wird ein emotionaler und erfahrungsbasierter Zugang zu Themen ermöglicht, ohne die Inhalte zu verflachen.

2. Das Ganze in einem medialen Kontext und mit filmischen Mitteln, die an den Kommunikationserfahrungen und – gewohnheiten von Jugendlichen unmittelbar ansetzen.

3. Die „Lernergebnisse“ fließen in eine interaktive Webplattform ein, die kontinuierlich weiterwächst.

4. Jugendliche schaffen ihr eigenes nachhaltiges Projekt, das konkret in die Gesellschaft wirkt und zu positiver Veränderung beiträgt.

5. Kontakte zu politischen Institutionen, zu Wissenschaftlern, zu prominenten Paten oder zu Aktivisten vor Ort werden ermöglicht. Damit findet kritischer Austausch statt und eine substantielle Erfahrung von Community wird möglich. Ein lernendes System wird etabliert.

6. Ganz nebenbei findet so praktisches Lernen nicht nur von ökologischen Problemstellungen, sondern auch von Gesellschaft und politischem Handeln statt. Das Ganze nicht abstrakt, sondern hoch konkret! Wer bestimmt? Warum? Was bedeuten Kompromisse in einer demokratischen Gesellschaft? Was sind die Bedingungen für politische und wirtschaftliche Akteure?

7. Ebenfalls ganz konkret kommt es im Rahmen von ENA zu Begegnungen und Kontakten mit Berufsbildern, die im innerschulischen Rahmen gemeinhin nicht möglich sind.

8. Durch ihre Teilnahme an ENA erhalten Schüler und Lehrer Zugang zu professionellen Coaches und können sich im Rahmen ihres eigenen Projektes sowohl in der Mediengestaltung als auch im Bereich von soft skills (Projektmanagement, Teambildung, Kreativitätstechniken, Präsentation etc.) weiterbilden.

Der Ansatz von ENA geht weit über eine bloße Anpassung von Schulbuchinhalten an neue Medien hinaus. ENA versteht sich als innovativer Schulentwicklungsprozess und nutzt Medien und das Netz selbst, um zu lernen. Das Gelernte wird dabei aber sofort wieder mit gesellschaftlichen Bedingungen abgeglichen und rückgekoppelt. In gewisser Weise trägt es das Lernen per se aus den Klassenzimmern hinaus in die Gesellschaft und wieder zurück.

Lernen als kontinuierlicher interaktiver medialer und zugleich gesellschaftlicher Feldversuch in Echtzeit. Ein vollkommen neuer Ansatz.